ICANN56 – Ein Meeting in bester Tradition und dennoch neu!

  • 12.07.2016
  • Helga Krüger
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Vom 26. bis 30. Juni 2016 fand in Helsinki das zweite ICANN Meeting des Jahres statt.
Mit dem Veranstaltungsort befand man sich in Sachen Sicherheit und Zusammenarbeit in bester Tradition, denn in dem vom finnischen Star-Architekten Alvar Aalto  geplanten Konferenzzentrum wurde im Jahr 1975 die KSZE Schlussakte unterzeichnet.

Neu allerdings sind in 2016 die Formate der ICANN Meetings. Von den Meetings mit immer gleichem Programmablauf will man sich verabschieden und daher waren alle Teilnehmer gespannt, wie sich dieses Vorhaben bewährt.

Die drei jährlichen ICANN-Meetings sollen nun in den folgenden, unterschiedlichen Formaten stattfinden:
A-, B- und C-Format.

A-Format:

  • Erstes Meeting des Jahres
  • Dauer 6 Tage
  • Das Format bleibt das gleiche wie bisher, mit Ausnahme des überarbeiteten Public Forums.

B-Format:

  • Zweites  Meeting des Jahres
  • Dauer 4 Tage
  • Schwerpunkt: Erarbeitung und Verabschiedung von Policies der Supporting Organizations (SO), Advisory Commitees (AC), Stakeholder Groups (SG)
  • Keine Willkommens-Zeromonie, keine Public Foren und kein öffentliches Board-Meeting, keine Ausstellungsflächen von Sponsoren

C-Format:

  • 3. Meeting im Jahr
  • Dauer 7 Tage
  • Insgesamt soll die Arbeit der ICANN einem breiteren globalen Publikum präsentiert werden.

ICANN56 in Helsinki war also das erste Meeting im sogenannten B-Format und es hat die meisten Teilnehmer mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Das Ziel, die unterschiedlichen Interessengruppen zusammen zu bringen und die Gelegenheit zu „cross-community“ Diskussionen zu geben, führten nicht zu den erhofften Zielen, obwohl die Sessions gut besucht waren.
Vielleicht findet man die Begründung darin, dass einige Organisationen wie die GNSO (Generic Name Supporting Group) Diskussionen mit vielen Interessengruppen gewöhnt sind, während andere wie GAC (Government Advisory Group) und ccNSO (Country Code Name Supporting Group) typischerweise untereinander diskutieren.

So bleibt ein Statement von Olga Cavelli (Argentinische GAC-Vertreterin) bezeichnend:
Ich bin mir nicht sicher, ob wir eine Vereinbarung haben, aber wir hatten eine gute Diskussion.

Fazit eines anderen Meeting-Teilnehmers:
Das neue Format kann uns in Zukunft viele Vorteile bringen, aber es ist mit dem Verlust der Ausgabe von  Meeting-T-Shirts und Bags teuer erkauft. *einvernehmliches Lachen im Saal*

Die Zukunft wird zeigen, ob an dem Format festgehalten wird oder dieses weiter angepasst wird.

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