Domain pulse 2016 – eine Nachlese

  • 04.02.2016
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Kaum jemand wird sich noch erinnern oder es wissen: Die Idee zur Domain pulse wurde Anfang des Jahrtausends von drei ICANN-Besuchern auf einem Flughafen geboren: Wolfgang Kleinwächter, Sabine Dolderer und Carsten Schiefner. Sie wollten eine deutschsprachige Internetkonferenz ins Leben rufen. Daraus wurden einige Zeit später zwei Veranstaltungen: der ICANN-Studienkreis von Wolfgang Kleinwächter und die Domain pulse. Letzteres eine Konferenz der drei deutschsprachigen Registries DENIC, SWITCH und nic.at, die abwechselnd in den jeweiligen Ländern stattfindet.

Dieses Jahr lud SWITCH nach Lausanne ein. Rein deutschsprachig ist das Programm schon länger nicht mehr, denn das Internet hat sich weiterentwickelt. Eine Konferenz ohne anderssprachige Key Notes oder Panels wäre nicht mehr spannend und innovativ genug, um die Teilnehmer zu einer Reise von hunderten von Kilometern zu bewegen.

Das Domain-Business stand dieses Jahr bei weitem nicht im Mittelpunkt. Die Jahre in denen die neuen TLDs das Panel beherrschten, sind mittlerweile vorbei, die Goldgräberstimmung ist einem pragmatischen Realismus gewichen. Was Domains betrifft, stehen eher Themen wie Sicherheit, Steigerung der Domain-Relevanz oder das Problem von Registraren mit immer neuen Anforderungen der Registries im Vordergrund. Es soll bereits Hoster geben, die überlegen, ihre Akkreditierungen zurückzugeben, weil ihnen das Thema Compliance zu viel Zeit raubt.

Wirkliche Hits aber waren die Key Notes. Allen voran Hannes Grassegger (Journalist) mit seinem Vortrag über die Überwachung im Internet. Daten werden als das Öl der Zukunft mittlerweile in einer solchen Vielfalt erhoben, dass wohl nicht nur ich versucht war, Handy und Tablet im Genfersee zu versenken. Warum aber lässt man zudem noch freiwillig Gesundheitsdaten in der Cloud erfassen? Lässt uns die Tatsache, dass die entsprechenden Armbänder und Uhren natürlich wahnsinnig hip aussehen, wirklich jede Vorsicht vergessen?
Sind die Menschen, die in den 70er Jahren schon gegen das vergleichweise harmlose Kabelfernsehen protestierten, ausgestorben? Haben Sie keine Nachfolger? Oder kapitulieren alle angesichts des heutigen Datenerfassungswahns?

Großartig, wie Frau Leutheusser-Schnarrenberger vehement im anschließenden Panel gegen die Vorratsdatenspeicherung argumentierte und endlich ihren Mitstreitern erklärte, dass wir Firmen natürlich das Recht haben, Daten, die für das Rechnungswesen wichtig sind zu erheben und zwar über die vorgesehene gesetzliche Frist der Vorratsdatenspeicherung hinaus. Das aber ist noch lange kein Grund, diese Daten staatlicherseits ohne Berechtigung auszuwerten.

Die Key Note von Mika Hyppönen (F Secure) über Sicherheit im Netz war nicht weniger interessant. Sie hat gründlich mit der Meinung aufgeräumt, dass der IS keine Ahnung vom Internet hat, oder davon, wie man sich in fremde Systeme einhackt. Sicherheit ist längst eine globale Angelegenheit geworden.

Schade nur, dass im anschließenden eigentlich interessanten Panel ständig Domains mit Webhosting verwechselt wurden. Meine „Lieblingsfrage“ ans Publikum: Soll ein Domaininhaber bestraft werden, wenn seine Domain gehackt wird. Aua – wo, wenn nicht auf der Domain pulse, sollte man den Unterschied kennen?

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